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Wettbewerb „am S-Bahnhof“

Programm Städtebau, Stadtplatzgestaltung, Wohnungsbau, Verkehrskonzept, Schallschutzkonzept
Bauherr Gemeinde Planegg
Standort Planegg
Jahr 2010
Leistungsphasen Entwurf
Architektenteam m8architekten, München
Projektnummer 10178

Städtebau- und Freiraumkonzept

Bebauung

Die Bebauung entlang der Bahn ist in vier Baufelder gegliedert, die eine schrittweise Realisierung ermöglichen. Für die beiden südlichen Baufelder und das nördliche Baufeld sind reine Wohnnutzungen geplant. Das zentrale Baufeld um S-Bahn und Stadtplatz sieht ausschließlich gewerbliche bzw. im Zusammenhang mit dem S-Bahnhof Planegg stehende Nutzungen vor und stärkt den neuen Stadtplatz als öffentlichen Ort. Ein fünftes Baufeld im Bereich Meran Braun ist von untergeordneter Bedeutung, es wird als Arrondierung der bestehenden städtebaulichen Struktur verstanden.

Die Wohnbebauung entlang der Bahn, die in jedem Baufeld auf einem durchgehenden, erhöht liegenden Freibereich steht, nimmt in Gliederung und Höhenentwicklung den Maßstab der bestehenden Ortsbebauung auf. Unterschiedliche Gebäudestellungen und eine abgestufte Geschossigkeit schaffen neben der klaren linearen Grundstruktur kleinräumliche Vielfalt. Die beispielhaft dargestellten Wohnhäuser erlauben mit einer flexibel anpassbaren Struktur unterschiedliche Erschließungs- und Wohnungstypen (2- oder 3-Spänner, 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen). Durch langgestreckte zwischen den Wohnhäusern liegende, verglaste Loggien wird ein durchgehender Schallschutz gegenüber der Bahnlinie erreicht. Es entstehen ruhige, private und halbprivate Freiräume, die sich zu den öffentlichen Grünräumen hin öffnen.

Die Bebauung im Bereich des Stadtplatzes entwickelt sich als architektonisches Ensemble, das mit teilweise niedrigeren Bauhöhen und einem großen Freibereich (in Flucht der Bahnhofstraße) die stadträumlich wichtige Blickbeziehung zwischen Ortsmitte, Stadtplatz, S-Bahn-Bereich und angrenzendem Wald wahrt und zugleich akzentuiert.

Freiraumband

Zwischen der neuen Bebauung entlang der Bahn und der bestehenden Ortsbebauung wird ein durchgängiges Band von öffentlichen Grün- und Freiräumen vorgesehen, das den Stadtplatz als urbanes Element einschließt. Weit gestreckte Terrassen und geneigte Freiflächen schaffen fließende Höhenübergänge. Die Grünräume bieten der neuen Wohnbebauung eine positive Identität als Ausgleich zur S-Bahn-nahen Lage. Das Freiraumband überdeckt vollständig die darunter liegende parkieren von Heide-Volm und erreicht dadurch die entwurfsbestimmende Durchgängigkeit von Freiraumband und bahnbegleitender Bebauung.

Stadtplatz

Der Stadtplatz ist als neuer städtischer Ort gedacht, der durch die Einheit und Großzügigkeit des Entwurfs wirkt. Ein Ensemble gewerblich genutzter Gebäude, das an der Bahnhofseite auf Platzebene mit durchlaufenden Arkaden verbunden ist, rahmt die Längsseiten des parallel zur Bahnlinie liegenden Platzes. An den Stirnseiten findet der Platz seine Fortsetzung in den terrassierten Übergängen zu den nördlich und südlich angrenzenden Grünräumen. Die Arkaden des Stadtplatzes dienen als Entrée des S-Bahn-Bereichs und als wettergeschützte Erschließung der angrenzenden Gebäude. Trotz unterschiedlichster funktionaler Anforderungen schafft der Entwurf einen Platz, der die erforderlichen Verkehrsflächen vollständig in das übergeordnete Material- und Farbkonzept der Platzgestaltung integriert.

Bahnhofstraße

Die neue Bebauung an der Bahnhofstraße verlängert den bestehenden Straßenraum mit einer leichten Aufweitung im Bereich des Hotels bis zum Stadtplatz. Alleebäume zu beiden Seiten begrünen und gliedern die Bahnhofstraße. Falls das Hotel nicht realisiert werden sollte, wird für diesen Bereich ein baumbestandener Platz vorgeschlagen, der als zusätzlicher Freiraum, als temporärer Wochenmarkt oder weiterhin für die Erschließung von Heide-Volm bzw. als Parkraum genutzt werden kann.

Verkehrskonzept

Die übergeordnete Zielsetzung des Verkehrskonzeptes ist es, dass die erforderlichen Verkehrswege und -Flächen trotz aller funktionalen Notwendigkeiten des öffentlichen und privaten Verkehrs das Straßen- und Ortsbild im Bereich des Wettbewerbsgebiets nicht dominieren und die erlebbaren Qualitäten vor allem von städtebaulichen, architektonischen und freiraumplanerischen Gedanken geprägt sind. Weiter will der Entwurf eine hohe Aufenthaltsqualität des stark frequentierten Bahnhofsvorplatzes, der als „neuer Stadtplatz“ verstanden wird, erreichen.

1. Östlicher Bahnhofsbereich – Stadtplatz

Gestaltung von Platz und Straße

Die Kennzeichnung verkehrstechnischer Flächen erfolgt auf Stadtplatz und Bahnhofstraße weitestgehend durch Farb- und Materialwahl. Funktional unumgängliche Höhenversätze bleiben auf ein Minimum beschränkt. Verkehrsrechtlich wird die Ausweisung als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich empfohlen: Zeichen 274.1, 290 gem. StVO § 45.

Gewerbenutzungen – Arkaden

Die Arkaden des neuen Stadtplatzes dienen als architektonischer Auftakt des S-Bahn-Zugangs, sowie als Erschließung der Gebäude und ihrer diversen Nutzungen auf Platzebene. Kiosk, Café und Supermarkt werden in unmittelbarer Nähe der Fußgängerunterführung angeordnet. Die Anlieferung erfolgt generell über den Stadtplatz (bzw. alternativ über die Anliegerstraße entlang der Bahn). Die Anlieferung des Supermarktes ist eingehaust. Die PKW-Stellplätze der Gewerbenutzungen sind in der park & ride-Anlage der Bahnhofstraße (s. u.) vorgesehen.

S-Bahn-Zugang, Fahrräder

Der S-Bahn-Zugang erhält durch die Einbindung in die Stadtplatz-Arkaden ein stadträumlich angemessenes Entrée. Ein zusätzlicher Fahrradtunnel trennt Fahrrad- und Fußgängerverkehr. Die wettergeschützten Fahrradstellplätze sind dem Fahrradtunnel auf Platzebene unmittelbar angegliedert. Im gesamten Bereich von Fußgänger-/Fahrradunterführung und Fahrradstellplätzen ist eine helle und einladende Beleuchtung (Oberlichter) vorgesehen.

Bus, Taxi, park & ride

Die Haltestellen der östlich der S-Bahn verkehrenden Buslinien werden in der Bahnhofsstraße angeordnet, Um den räumlichen Zusammenhang von Stadtplatz und den nördlich wie südlich angrenzenden Grünbereichen nicht zu stören. Die Busse wenden vor den Arkaden des neuen Stadtplatzes und beanspruchen dafür Teile des Platzes. Taxi-park & ride-Stellplätze sind in unmittelbarer Nähe des S-Bahn-Zugangs vor den Arkaden angeordnet.

park & ride

Die park & ride-Stellplätze werden auf kürzestem Weg von der Bahnhofstraße aus erschlossen und in einer mehrgeschossigen, teilweise natürlich belichteten Parkanlage untergebracht. Der Platzbereich wird dadurch vom park & ride-Verkehr vollständig frei gehalten. Ausgänge sind zur Bahnhofstraße und zum westlich gelegenen Grünzug situiert. Die Parkierungen der öffentlichen park & ride-Anlage und von Heide-Volm sind damit räumlich klar getrennt, was für beide Bereiche eine eigenständige Parkraumbewirtschaftung erlaubt.

2. Westlicher Bahnhofsbereich

S-Bahn-Zugang, Fahrräder

Die Verkehrsbereiche inkl. aller Rampen sind behindertengerecht ausgebildet und erlauben eine sichere Benützung durch alle Verkehrsteilnehmer. Die Fahrradstellplätze sind entlang der Fahrradrampe wettergeschützt angeordnet.

Bus, park & ride

Die Wegeführungen von Bus und park & ride-Verkehr sind entflochten, die Bushaltestellen sind in der Nähe der Fußgängerunterführung zugeordnet.

Spielplatz

Die Lage des bestehenden Spielplatzes wird beibehalten.

3. Bereich Heide-Volm

Die Parkplätze von Heide-Volm werden zum Schallschutz der angrenzenden Wohnbebauung in einer eigenen, durch das Freiraumband vollständig überdeckten Parkebene (natürlich belichtet und belüftet) angeordnet. Die Zufahrt zur Parkebene liegt im Bereich des westlichen Biergartenzugangs.

Hotel Heide-Volm

Das geplante Hotel Heide-Volm wird fußläufig von Stadtplatz und Bahnhofstraße erschlossen, die Hotelvorfahrt ist zum Platz orientiert. Anlieferung und Erschließung der hoteleigenen Tiefgarage erfolgen von der Bahnhofstraße.

Anlieferung Heide-Volm und Emeran Braun

Die Anlieferung dieser beiden Bereiche erfolgt weiterhin über Bahnhofsstr. und Stadtplatz sowie die bis zum Bereich Emeran Braun geführte Anliegerstraße.

4. Bebauung entlang der Bahnlinie

Anliegerstraße, Höhenweg

Die vier entlang der Bahnlinie neu entstandenen Baufelder werden von einer durchgehenden Anliegerstraße erschlossen, die gleichzeitig die Fortsetzung des Höhenweges darstellt und Teil des übergeordneten Radwegenetzes bleibt. Dieser Bereich ist als anwohnerfreundliche Mischfläche vorgesehen. Über Treppen und Rampen wird der Höhenweg zusätzlich mit der Fußgänger- und Fahrradunterführung verbunden.

Parken

Die drei für Wohnen vorgesehenen Baufelder besitzen jeweils eine zusammenhängende Tiefgarage, die die auf einem Hochparterre-Sockel stehenden Wohnhäuser erschließt. Besucherstellplätze werden in der Anliegerstraße vorgesehen. Die Stellplätze für die zentral gelegenen gewerblichen Nutzungen sind in der park & ride-Anlage an der Bahnhofstraße vorgesehen.

Schallschutzkonzept

Bahnlinie – dauerhafte Schallabschirmung

Die durchgehende Bebauung entlang der Bahnlinie schafft einen größtmöglichen baulichen Schallschutz für die geplanten öffentlichen Grünzüge und die bestehende Ortsbebauung. Die Wohngebäude sind mit langgestreckten, zur Bahn hin verglasten Loggien verbunden, die ruhige, nach Südosten offene Zwischenräume schaffen.

Die Gewerbebauten im Bereich des Stadtplatzes sind aus stadträumlichen Gründen nicht miteinander verbunden, um die Blickbeziehung zwischen S-Bahn-Bereich und Stadtplatz/Ortsmitte zu wahren. Der Schallschutz der Gebäude wird durch geeignete Fassaden-, Grundriss- und Lüftungskonzepte gewährleistet.

Heide-Volm Individuell steuerbarer Schallschutz

Für die Wohnbebauung auf Höhe Heide-Volm sind neben der dauerhaften Schallabschirmung zur Bahn wg. des Biergarten- und Veranstaltungsbetriebs zusätzliche schallschutzmaßnahmen erforderlich. Die Schallschutzanforderungen sind in diesem Bereich tageszeitlich und saisonal stark schwankend. Um einen wohnlichen Charakter auch dieser Bebauung zu erreichen, wird hier statt weiterer starrer baulicher Maßnahmen (wie z.B. Schallschutz-Glaswände) ein geeignetes Fassaden- und Lüftungskonzept (wie z.B. Kastenfenster, kontrollierte mechanische Be- und Entlüftung) favorisiert, dass den Bewohnern eine individuelle Bedienung ermöglicht.

Die für Heide-Volm erforderlichen Parkplätze werden (neben freiraumplanerischen Gründen) aus Schallschutzgründen in einer unter dem Grünzug liegenden Parkebene realisiert. Oberlichter zur natürlichen Belichtung und Belüftung sind schallabsorbierend oder entsprechend verglast ausgebildet.

Die schalltechnisch optimierte Verlegung der Anlieferung für Heide-Volm nach Osten (ggf. in Verbindung mit einer schalldämmenden einhäusig) erreicht zusätzlich eine Reduzierung der gewerblichen Immissionen auf die geplanten Wohngebäude.

park & ride

Die park & ride-Anlage an der Bahnhofstraße ist baulich geschlossen. Sie erhält Oberlichter zur natürlichen Belichtung und Belüftung, die mit schallabsorbierenden Leibungen und/oder entsprechenden Verglasungen versehen sind.

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