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Wettbewerb Campus Süd "Gesamtkonzept Campus Süd und Hochhaus an der Baierbrunner Straße" in München

Bauherr PATRIZIA Deutschland GmbH | PBS Immobilien GmbH Grünwald
Jahr 2015
Architektenteam S333 Architecture urbanism, London | m8architekten, München
Projektnummer 14268

Ort des Wandels auf der Suche nach seiner neuen Identität als Wohnquartier

Das Wettbewerbsgebiet Campus Süd liegt im von Forschung und Dienstleistung geprägten Münchner Stadtteil Obersendling und soll jetzt ein neues Wohngebiet werden und sich so in das sich bereits verändernde Quartier einfügen. Die vorgefundene Eigenart des Ortes liegt in dem mächtigen Siemens Hochhaus, dem Studentenwohnheim, das sich in den Wettbewerbsumgriff spreizt, dem östlich der Baierbrunner Straße gelegenen Neubaugebiet mit seinen fünf Wohnhochhäusern und dem parkähnlichen Baum- und Wiesenbestand aus der Geschichte als weitläufiger Siemens Campus. Das baulich strukturell sehr heterogene Umfeld bietet aus dem Kontext keinen zwingenden Entwurfsansatz. Merkmal dieses städtebaulichen Entwurfs sind sechs Nachbarschaften um eine zentrale Mitte. Durch diese Wechselwirkungen entsteht eine gewisse räumliche Sinnlichkeit: ein harmonisches neues Wohnquartier Münchens, das auf folgenden Elementen basiert: Zugang und Adresse des Wohnviertels - Baierbrunner Straße Der urbane Charakter der Baierbrunner Straße wird gestärkt durch den großzügigen Lobbybereich um das Siemenshochhaus, das Café und die Eisdiele im Süden, sowie durch die weitere Einkaufsmöglichkeit im neuen Supermarkt im Norden des Wettbewerbsgebietes. In dem dreigeschossigen Lobbybereich befinden sich ein Restaurant, Café, Kiosk, Shops und das Quartierszentrum. Dienstleitungseinrichtungen wie z.B. eine Reinigung oder ein Fahrradverleih runden die Wohnbedürfnisse, nicht nur der Hochhausbewohner, sondern auch der umliegenden Anwohner ab. Diese städtische Atmosphäre um das Wohnhochhaus bildet gleichzeitig den Eingang und Adresse zum neuen Carré.

Grün- und Freiflächen: Stadtwiese - Stadtpark – Stadtwald - Strip

Stadtwiese – Das Quartiersentreé am Hochhaus geht über in eine Stadtwiese. Diese Stadtwiese bildet die zentrale Mitte des neuen Wohnquartiers. Die sozialen und kulturellen Nutzungen umspielen und bespielen diesen Raum, damit werden die privaten Innenhöfe der Wohnblöcke von intensiv genutzten öffentlichen Einrichtungen freigehalten. Die Gestaltung der Fläche, ähnlich der Grasfläche vor der Alten Pinakothek in München, wird durch spielerische und direkte Pfade für Fußgänger und Radfahrer durchzogen und verbinden die Nachbarschaften untereinander sowie mit der weiteren Umgebung. Stadtpark – In Richtung Westen hin geht die Stadtwiese fließend über in den Stadtpark mit den prächtigen Bestandsbäumen aus der Zeit der Nutzung als Siemens Campus. Dieser großzügige Park lädt die vielen neu zugezogenen jungen Familien ein, ortsnah mit ihren Kindern zu picknicken, zu spielen oder auch Sport zu treiben z.B. auf dem Basketballcourt. Lichtungen im Park bieten intimere Bereiche als auf der Wiese. Stadtwald – Der Stadtpark geht über in die wilde, weitestgehend naturbelassene Waldfläche. Dieses Biotop umfasst im Westen das Wettbewerbsgebiet und bettet das Wohngebiet im Süden zur Siemensallee ein. Weiter südlich erstreckt sich der Wald bis zum benachbarten Stadtteil Solln. Dieses weitläufig vernetzte Gebiet, direkt angeknüpft an die zentrale Mitte, bietet den Bewohnern eine gute Möglichkeit zum Spazieren und Erholen. Der Strip – Zwischen dem Radweg im Norden und der Zentralen Mitte stellt der Strip die Nord-Süd-Verbindung des Wettbewerbgebietes her. Dieses Band dient nicht nur als Fuß- und Radwegverbindung, sondern bietet auch die Möglichkeit für die Bewohner, sich beim urban gardening oder Bewirtschaftung eines Biomeilers kennenzulernen. Kindern können das Insektenhotel beobachten, sich als Imker betätigen oder einfach nur spielen. Binnengrünflächen in den Innenhöfen der „Nachbarschaften“ Die Grünflächen in den vielfältig gestalteten Wohnblöcken erhalten differenziert private, den Erdgeschosswohnungen zugeordnete Freiflächen. Individuelle Spielflächen und ein Hoftreff sind Bestandteil der Innenhofgestaltung.

Dachbegrünung

Sämtliche Gebäude auf dem Wettbewerbsgebiet werden mit Dachbegrünung ausgeführt. Je nach Haustyp kann dort auch urban gardening stattfinden. Die Dachbegrünung und intensive Nutzung als Dachgärten stärkt, gerade in Hinblick auf die Wohnnutzung im Hochhaus, die Attraktivität der Dachflächenaufsicht.

Gebäudestrukturen, Identität und Maßstäblichkeit - Nachbarschaften

Wir schlagen für diesen Ort vor, Nachbarschaften zu bilden, die aus einer aufgelösten blockerinnernden Struktur bestehen, mit öffentlichen, halböffentlichen und privaten Räumen. Die Nachbarschaften werden in einer Dimension von 200- 300 Wohneinheiten gebildet. Sie bieten den Bewohnern eine gute Möglichkeit sich zu orientieren und eine Beziehung zu ihrem Wohnumfeld aufzubauen. Der erhaltene prächtige Baumbestand gibt den Nachbarschaften zusätzliche unverwechselbare Identitäten, wie z.B. der Kindergarten an den alten Bäumen. Die Gebäude sind in Höhenentwicklung und Öffnung zu den öffentlichen Räumen äußerst unterschiedlich gegliedert. Die Zäsuren in den Blockrändern sichern die „Luftigkeit“, eine gute Belichtung und vermeiden eine allzu intensive Beschallung der Wohnungen durch gemeinschaftliche Nutzungen im Innenhof. Die grünen Gassen sind mit ihren Bäumen, Hauseingängen und Spielflächen Treffpunkt und Begegnungszone der Bewohner in einer gelassenen halböffentlichen Atmosphäre.

Verkehr

Das Quartier ist vollständig vom Autoverkehr freigehalten, lediglich für Rettungsfahrzeuge und Umzugswägen besteht die Möglichkeit im Bedarfsfall die grünen Gassen zu befahren. Die Tiefgaragenzufahren liegen an der Siemensallee, sowie an den östlich und westlich, das Wettbewerbsgebiet, umfassenden Straßen. Die grünen Verbindungsgassen sind den Fußgängern und den Radfahrern gewidmet.

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